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Delhi, 1286 Kilometer

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Indien hat 84 Dollar-Milliardäre, doch die tun wenig zur Verringerung der lebensbedrohlichen Armut im Land. Indien hat auch Gesetze, die den Ärmsten das Recht auf Leben einräumen, doch in den Dörfern kommt davon wenig an. Im fernen Jharkhand stehen 1.000 Frauen gegen diese Ungerechtigkeit auf. Sie suchen nach 1 kg Reis pro Person, das nicht bei ihnen ankommt. Doch es geht ihnen um mehr als nur Getreide – sie wollen Respekt.

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Rama Gosh und ihre Freundinnen planen die erste Demonstration, die das Dorf Dhanwe im Nordosten Indiens je gesehen hat. Mit Transparenten und Gesängen wollen sie vor die Lokalbehörde ziehen.

Was macht diese Frauen so wütend?

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Reis, den die Zentralregierung in Delhi ihnen versprochen hat.

Reis, der ihre Kinder erst einmal satt machen würde.

Reis, der bei ihnen in Dhanwe nie ankam.


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Keine der Frauen aus Dhanwe war je in der Hauptstadt Delhi.
Es ist eine andere Welt.

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Tun sie aber nicht.

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Zwei Millionen Inder sterben jedes Jahr an Mangelernährung und Krankheiten, die durch Armut entstanden sind. Der Welthungerindex führt es als eines der Länder auf, die am stärksten von Hunger und Mangelernährung betroffen sind.


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So sieht Armut in Indien aus:

Die indische Armutsgrenze liegt bei 32 INR (0,40 €) pro Tag in ländlichen Gegenden.*
 
Genug für ein bisschen Reis und Linsen, aber zu wenig, um auch nur ein Stück Gemüse zu kaufen - geschweige denn Schulgebühren oder einen Arztbesuch zu bezahlen.

22% aller Inder (beziehungsweise 52% aller Inder im ländlichen Jharkhand, wo die Frauen leben) gelten demnach als arm.

* Dies entspricht der Armutsgrenze der Weltbank von derzeit $1,90 (1,69 €) nach Angleichung an die Kaufkraft.

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Wenn wohlhabende Inder ihre Toten am Ufer des Ganges verbrennen, werfen sie als Opferabe Geld in den Fluss. Dieser Mann fischt mit einer magnetischen Angel die Münzen heraus. Für ihn und seine Familie können sie den Unterschied machen zwischen Leben und Tod.

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“Armut ist Gewalt. Eine Gesellschaft, die angesichts von Armut schweigt oder wegsieht, gibt ihr Einverständnis zu Ausbeutung, Ungerechtigkeit und Krieg."

Ela Bhatt, indische Aktivistin

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Reiche und arme Inder leben in verschiedenen Welten, Kontakt haben sie selten.

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Um Indiens Ungleichheit zu verstehen, wollten wir von armen Menschen wissen, was sie Reiche gerne einmal fragen würden – und umgekehrt.

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Um soziale Ungleichheiten zu verringern, haben die Regierungen von Premier Modi (und die seines Vorgängers Singh) Gesetze erlassen, die den Ärmsten grundlegende Rechte zusichern.

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2. das Recht auf zusätzliche Nahrung für Babies sowie schwangere und stillende Mütter

In Indien stirbt 1 Kind von 21 vor seinem 5. Geburtstag - in Deutschland stirbt in dieser Zeit nur 1 Kind von 270.

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2. das Recht auf zusätzliche Nahrung für Babies sowie schwangere und stillende Mütter

In Indien stirbt 1 Kind von 21 vor seinem 5. Geburtstag - in Deutschland stirbt in dieser Zeit nur 1 Kind von 270.

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- 3. und das Recht auf Nahrung

Mit dem National Food Security Act von 2014 verspricht die Regierung jedem armen Inder 5 kg stark subventionierten Reis pro Monat.

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Doch wenn in Neu-Delhi ein Gesetz verabschiedet wird, heißt das noch nicht, dass es in 1000 km Entfernung auch umgesetzt wird – in einem der Dörfer, die die Regierung als „rückständig“ klassifiziert.

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Was ist passiert?

Natürlich übergibt Premierminister Narendra Modi den Reis nicht persönlich an Rama Gosh und andere Bedürftige. Die Regierung kauft den Reis von Großbauern und lagert ihn in großen Lagerhallen. Von dort bringen Fahrer den Reis zu so genannten Fair Price Shops in den Dörfern – überwacht von Beamten des jeweiligen Staates, Blocks und Dorfs, die Lebensmittelpässe an Familien unter der Armutsgrenze verteilen. Bevor Rama Gosh ihren Anteil im Laden kaufen kann, können sich viele Akteure etwas abzweigen.

Und das tun einige von ihnen auch – so verschwindet jeden Monat 1 kg Reis pro Person.

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Alle Beteiligten sehen die Schuld bei anderen:

- Rama Gosh und ihre Mitstreiterinnen werfen den Verkäufern der Fair Price Shops vor Reis einzubehalten; sie vermuten außerdem, dass lokale Beamten eingeweiht sind.
- Der Verkäufer sieht die Schuld bei der Lokalbehörde.
- Der Leiter des Dorfrats (Panchayat), eine Art Bürgermeister, gibt die Probleme zu. Er ist überzeugt, dass sich Zwischenhändler und Verkäufer einen Teil des Getreides nehmen, weil die Zentralregierung ihre Arbeit nicht entlohnt.

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Dass dieser Brunnen schnell zur Ruine wird, hätte jede Bäuerin der Lokalregierung sagen können. Aber Rama und die anderen wurden nicht gefragt, der Brunnen einfach gebaut.

Jahrzehnte lang haben indische Lokalbehörden ihr Geld nach Gutdünken ausgegeben, ohne die Gemeinden vor Ort zu fragen.

Brunnen, wo sie niemand braucht...

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...und ungenutzte Schulgebäude...

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... überall im ländlichen Indien sprechen Bände.

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Deshalb bringen die Welthungerhilfe und ihre Partnerorganisation den Ärmsten bei, ihre Dörfer auf Karten zu skizzieren und sich damit bei der Regierung um Baumaßnahmen zu bewerben, die sie wirklich brauchen.

Und die Lokalregierung begann hinzuschauen und zuzuhören.

So hat dieses Dorf in den letzten zwei Jahren sieben Gemeinschaftsbrunnen an geeigneten Stellen bekommen.

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Etwa 1.000 Frauen in 72 Selbsthilfegruppen in Jharkhand und ihre Delegierten im Frauenverband haben dank des Projekts deutlich an Einfluss gewonnen – gegenüber der Lokalverwaltung, aber auch in ihren eigenen Familien.

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“Es ist wichtig, dass die Ärmsten selbstbewusster werden und sich politische Aufmerksamkeit verschaffen.

Doch wir wollen nicht, das sie von Regierungsprogrammen abhängig werden, die sich jederzeit ändern können und ihre Macken haben – Reis allein ist zum Beispiel nicht nahrhaft. Deshalb unterstützen wir sie zugleich autarke Landwirte zu werden.“

Anshuman Das, Programm-Manager der Welthungerhilfe, Indien

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